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Dem Himmel entgegen

 

Geistliches Wort 29.05.2019

Dem Himmel entgegen

Ostern eröffnet eine Reihe an Feiertagen, an Festen aller Arten. Sie blühen wie Blumen an einem schönen Frühlingstag: der 1. Mai, der Muttertag, die Erstkommunion, die Konfirmation, Christi Himmelfahrt, Pfingsten Fronleichnam. Der Mai ist voller Freude für die wiederkehrende Sonne und wie ein Garten voller Blumen.
Es sind 40 Tage nach Ostern vergangen. Das Fest Christi Himmelfahrt wird gefeiert. Ostern hält die Waage zwischen 40 Tagen Bußzeit und 40 Tagen Osterfreude. Noch 10 Tage nach Christi Himmelfahrt, dann wird Pfingsten kommen.
Der Abschied vom auferstandenen Jesus 40 Tage nach Ostern ist keine Trennung, sondern ein Auftrag, der sich jährlich wiederholt: „Geht und lehrt den Menschen, was ich euch gesagt habe: Liebe, Frieden, Barmherzigkeit“. Himmelfahrt ist die Bestätigung, für diese Aufgabe nicht allein zu sein: „Sei gewiss, ich bin bei euch alle Tage bis am Ende der Zeiten.“
Die Menschheit bleibt nicht allein in Nöten und Sorgen. Ob es im Leben hell oder dunkel wird, geht der auferstandene Jesus mit uns.
Das christliche Fest der Himmelfahrt richtet zuerst den Blick nach oben, gen Himmel. Der Mensch wirft seit Anbeginn der Zeiten den Blick nach oben. Dort findet er die Sonne, die Licht und Leben spendet. Dort findet er die Sterne, die ihn den Weg in der Nacht zeigen. Dort sammeln sich die Wolken, die Wasser für die Felder spenden.
Der Himmel hat eine unvergleichbare und unbegrenzte Dimension der Freiheit: Sich von der Erde und von der Anziehungskraft lösen zu können war immer ein Traum für die Menschen. So entstand die Geburtsstunde der Luftfahrt. Welchen tiefgreifenden Eindruck müssen die Astronauten haben, wenn sie zum ersten Mal die runde Erde in ihrer bläulichen Schönheit erfassen können!
So wurde der Himmel seit Menschengedenken zum göttlichen Ort, zur Residenz der Götter, zur
Sinndeutung für das Paradies.
Verständlich also, dass der auferstandene Jesus zum Himmel fährt.
Der Himmel verdeutlicht die Sehnsucht nach Freiheit. Wer selbst geflogen ist, weiß welche starken Gefühle den Pilot überwältigen, da er sich frei bewegen kann. Somit hat Christi Himmelfahrt den Charakter einer Erlösung. Zugleich ist es eine Fahrt dem Licht entgegen, wie auch ein Auftrag für das Leben.
Wir sind ganz weit weg von dem heute an vielen Orten gefeierten „Vadderdag“. Väter sollen wie Mütter gefeiert werden, aber was und wie gefeiert wird, hat mit Ehrung und Dank an die Väter keinen Bezug. Gibt es wohl keine andere Angelegenheit als gerade zu Christi Himmelfahrt?
Die Christen sollen keine Hemmungen haben, sich zu diesem christlichen Fest zu bekennen.
Christi Himmelfahrt ist ein Entsendungsauftrag, mit Liebe für die Menschen und für das Leben Verantwortung zu übernehmen. Der weltliche Auftrag lautet: Eine menschliche Welt gestalten und schützen. Der christliche Auftrag ist: In Wort und Geist Christi die Hoffnung und die Liebe für einander leben.
Wir sind dann weit weg von dem „geistlosen Vadderdag“. Es ist an der Zeit, vernünftige Werte für eine gefährdete Welt neu zu finden und sie konsequent zu leben, anstatt sinnlos und verantwortungslos „das Leben zu konsumieren“.
Möge die Hoffnung sich in der derzeitigen Jugendbewegung verfestigen.
 
Pierre Gerodez, Diakon, Laudenbach