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Geistliches Wort vom 09.03.2013

 

Geistliches Wort vom 09.03.2013

Fürchtet euch nicht.

Was wird aus morgen sein? Die Zukunft beschäftigt viele, sie verunsichert noch mehr. Die heutige Lage in der Wirtschaft, in der Politik, in der ganzen Welt, und jetzt auch in der Kirche ist trüb, unvorhersehbar. Sie lädt kaum zum Optimismus ein. Die Zukunft ist mehr denn je in einem grauen Nebel verhüllt. Sie durchzuschauen ist kaum möglich. Sollen wir deshalb nichts oder nur zögerlich unternehmen? Abwarten, dann bitte worauf? Die Angst Neues anzugehen lähmt viel zu sehr. Das Leben ist immer ein Risiko. Wer sich den Herausforderungen des Lebens nicht stellt, kommt nicht weiter und wird von der kommenden Gegenwart weggefegt. Es bleiben Enttäuschungen, Bitterkeit, Unmut, Depression. Die Kirche, besonders die katholische Kirche steckt heute in einer schweren Krise: Gottesdienste mit alten Menschen, zurückgehende Berufungen, Vertrauensverlust, Skandale aller Art. Es sieht so aus, als die Kirche nicht mehr wüßte, wie es weiter gehen soll. Und jetzt noch das Abwarten auf einen neuen Papst. So unsicher wie heute ist die gegenwärtige Zukunft lange nicht mehr gewesen. Gibt’s es eine Hoffnung, ein Licht in der Dunkelheit? Das geistliche Wort aus den Losungen 2013 am Donnerstag vor zwei Wochen hat mich zum Nachdenken angeregt. Ein Mensch trifft auf einen Engel zu und bittet ihn um Licht und Kraft für den Weg in die ungewisse Zukunft. Der Engel antwortet: "Geh nur in die Dunkelheit und lege deine Hand in die Hand Gottes: das ist besser als ein Licht und sicherer als ein bekannter Weg." Welch ein Zuspruch und ein Vertrauen. Da wir in einer Papstwahlsituation sind, denke ich an die Worte von Papst Johannes Paul II bei seiner Amtseinführung: "Habt keine Angst: Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus." Also: Fürchtet euch nicht! Geht! Habt Vertrauen in euch und für morgen!

Wir alle bewegen uns ins Ungewisse. Wer vermag in die Zukunft zu lesen? Wer aber wartet und sich nur in voller Sicherheit bewegen will, wird immer im Schlepptau der Geschichte bleiben und nichts Neues bewirken. Initiativen, Erfindungen, Bewegungen in Kultur, Religion, Politik sind immer das Ergebnis von Menschen, die es gewagt haben, die Zukunft zu gestalten. Der christliche Glaube wird nicht lebendig, wenn die Christen den Glauben selbst nicht gestalten können, gerade dann wenn es gefährlich oder aussichtslos scheint. Hier gilt wieder der Engelspruch: "Geh mit Gott in die Dunkelheit. Dann wirst du die Dunkelheit erhellen und du wirst deinen Weg erkennen. Hab keine Angst." Das ist schon eine Vorbotschaft zu der Osterfreude. Diese Freude sprengt Riegel und Tür, selbst den Siegel des Todes.

Heißt es, daß der Weg dank des Glaubens einfacher wird, daß der Weg für den Glaubenden geebnet wird? Heißt es, daß der Christ keine Enttäuschung erleben wird? Nichts ist so falsch wie diese Behauptung. Der Weg mit Gott bleibt steil und steinig. Aber die innere Kraft wird dazu verliehen, den Weg zu gehen und die Hindernisse hinter sich zu lassen. In schweren Zeiten geht der Mensch dann nicht zugrunde. Aus der Sicherheit, sich gehalten zu wissen, kann er Kraft schöpfen und der Zukunft mit Mut und Hoffnung entgegengehen. Selbst der Tod kann diese Hoffnung nicht brechen. Selbst der Tod geht vorbei.

Nicht wenige Menschen fürchten sich vor der Zukunft. Nicht wenige Christen sind für die Entwicklung der Kirche besorgt. Die Zukunft in Gesellschaft und Kirche zu gestalten, neue Wege zu gehen, neue Strukturen zu erproben sind Herausforderungen. Sie anzugehen verlangt Kreativität, Mut, Hoffnung. Auf dem Weg ist ein Begleiter: Der gleiche, der die Jünger von Emmaus ermutigt hat, nicht zu resignieren und neue Wege einzuschlagen: Jesus. Er ist der Grund unserer Zuversicht, der Eckstein. Und glauben Sie mir: Auf diesen Eckstein können wir die Zukunft bauen. Habt keine Angst.

Pierre Gerodez, Diakon, Laudenbach

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